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"Buldering in siurana? People are crazy, but they makin' it!"(Landlord Antonius Arbones)(niedergeschrieben von Anton Lamprecht) |
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Bouldern
ist bekanntlich auch in Spanien nichts Neues. In den Pyrenäen, in
Katalonien, in den Hochebenen von Madrid, aber auch an vielen anderen
Orten Spaniens lässt der Virus "Bouldern" kleine Gebiete
entstehen, welche jedes auf seine Art einen besonderen Flair hat. Eines
dieser Gebiete ist das bekannte Klettergebiet siurana, berühmt für
gigantische Ausdauerrouten und herrliche Sonnenuntergänge. Und sogar für das Bouldern!?!Die Geschichte des Bouldergebiets siurana (wenn dies als solches überhaupt bekannt ist) beginnt wie alle guten Geschichten allerdings auch sehr viel früher, nämlich bei |
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Es war einmal eine maurische Prinzessin, welche in einer maurischen Festung
im Norden Spaniens sieben Jahre lang einer Belagerung durch christliche
Heere ausgesetzt war. Die Festung wurde nach einem Gewaltakt schließlich
eingenommen und der Landstrich für das christliche Abendland zurückgewonnen.
Unsere Prinzessin, deren Sex-Appeal unermesslich gewesen sein muss, blieb
auf besondere Weise verschont- d.h. die geifernden Feldherren (sieben Jahre
Belagerung gingen nicht spurlos an ihnen vorüber) gingen leer aus.
Außer Stein fanden sie nichts, dafür aber davon umso mehr. Unsere Boulder-Geschichte beginnt auf dem Höhepunkt der Belagerungszeit. Von Norden (und Süden) kommend, nahmen die Strategen der Christen Ende der 80er Jahre in traditioneller Erschließung Meter um Meter, Stein und Stein, Griff um Griff mit Eisen und Seil ein. Dabei war ihnen zunächst jedes Mittel recht (manchmal auch sehr unorthodoxe bzw. nicht christliche). Moral und Ethik wurden zu Fremdwörter. Nur wenig Fels blieb bei der Eroberung unberührt. |
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Obwohl
sehr viele Menschen eine Rolle bei der Erschließung gespielt haben
und spielen, kann hier nur auf einige wenige Personen eingegangen werden,
welche äußerst wichtig für unseren Erzählverlauf
sind: Da ist die Hauptperson, unsere maurische Prinzessin, gehüllt in verschiedene Gewänder jeder Farbe und Form, mal mehr und mal weniger verhüllt, zuweilen klar, dann aber auch sehr undurchsichtig. Ein steiler Zahn, oh ja, alles dabei, von glatt, abweisend bis gut-griffig, rauh und unvergleichlich weich ... von unglaublicher Schönheit... aber was soll diese ganze Schwärmerei, jeder, der einmal im Süden war, kennt sie eh, diese südländischen Traumprinzessinnen!!! Nicht vergessen werden darf der orts(auf)ansässige Landlord Antonius Arbones, dessen Karriere vom langzotteligen Desperado über einen Ralley-fahrenden Begnini bis zum aufstrebenden, jungunternehmerischen Grundbesitzer reicht. An seiner Seite eine wankelmütige Bruija (*=Hexe, Anmerkung des spanischen Übersetzers), die Herrin über Schlafgemach, Duschschlauch, Mixturen und Zaubertränke, zu deren Lieblingsdisziplinen Auto-Crash-Ralley und Geschirr-Weitwurf gehören. Dieses ungleiche Paar lebte im nordwestlichen Seitenflügel der Festung siurana, uneinnehmbar für Christen und Mauren. Zu ihrem Gefolge gehörte der erste Ritter Aranja "Angel" Linarius, der Herr über das "schwere Eisen", die vielumworbene Kammerzofe Maria-Johanna, welche bisher auch die wildesten Krieger in den Schlaf gewiegt hat, und unzählige Söldner aus allen Herren Länder, die bei der Belagerung und Eroberung tapferen Beistand leisteten. |
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Die
eigentliche Handlung ist nun schnell erzählt: Ein Auftrag von höchster
Stelle mit dem Wortlaut "Befreien sie die letzten uneingenommenen
und uneinsichtigen Bastionen ohne traditionelle Hilfsmittel wie Eisen
und Seil. Ein großes weiches Schild und verschiedene Spezial-Werkzeuge
liegen bereit. Für den erfolgreichen Ausgang des ungewissen Feldzuges
wünschen wir ihnen viel Erfolg gez. vom Beauftragten der höchsten
Stelle" führte den grausamen Ritter des Abendlandes (dessen
Namen hier aus verschiedenen Gründen verschwiegen werden muss) über
einen gefahrvollen Weg in die Höhen von siurana. Zum höchsten
christlichen Fest fiel er Ende des vergangenen Jahrtausends mit einem
kleinen Gefolge (der Schildknappe Hagen vom Keller und ein goldgelockter
Streitwagenpilot waren mit von der Partie) zu einer Blitzkrieg-Aktion
in der Behausung des Landlords ein. Dieser war damals noch nicht grundbesitzbemächtigt
und konnte sie nur in einem höhlengleichen Refugio willkommen heißen.
Nach dem bekannt werden des Auftrags versuchte dieser, die weitgereisten
Krieger von der Sinnlosigkeit des selbigen zu überzeugen. Doch alle
Bemühungen kamen zu spät, denn bereits am nächsten Morgen
konnte er dem grausamen Ritter nur mit einem Kopfschütteln und dem
Ausspruch "People are crazy, eh!" hinterblicken, als dieser
mit Kampfgesängen, riesigem Schild und einem ausgewählten Sortiment
an Spezial-Waffen gewappnet, auf die uneinnehmbaren Reste der Gesteinsformationen
zumarschierte. Am Rande der zivilisierten Welt traf er dann auf Gleichgesinnte
und gemeinsam gruben sie eine Fallgrube, mit deren Hilfe der grausame
Ritter den gefürchteten maurischen Totengräber im Zweikampf
durch einen beidhändig ausgeführten Hieb erledigte.
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Der
Name auf dem Grabstein unweit der ewigen Ruhestädten (der heutige
Ruheort der Camper) ist verblasst, aber jedes Kind im Ort kennt den Weg
zum "Enterrador". Beeindruckt durch
diese furchtlose Tat, begleitete der anfangs zweifelnde Landlord den grausamen
Ritter mit seiner Sippe auf weiteren Unternehmungen. Beim nächsten weihnachtlichen Feldzug im darauffolgenden Winter stieß der grausame Ritter bereits auf eine große Scharan Mitstreitern, welche alle wichtigen Vorbereitungen für weitere Eroberungen getroffen hatten oder bereits mit ehrvoller Neulandgewinnung aufwarteten. Zu den schlagkräftigsten Kriegern dieser Tage gehörten der kleine, flinke Oscar "Fuego" und der alles vernichtende Graf von Andrada. Ermutigt durch solche große Taten marschierten auch die Bewohner der benachbarten Grafschaft Arboli gegen uneingenommene Festungen auf und zerrten selbst den wiederstandsfähigsten Gegner aus dem dichtesten Gestrüpp hervor. Mit dem Schlachtruf "We go Arboli buldering!" lud der Landlord den grausamen Ritter zu einem gemeinsamen Festmahl anlässlich der fortschreitenden Eroberungswelle ein. Der Schildknappe Hagen, die metallene Jungfrau, der fahrende Edel-Geselle Tim "der gute Sohn", internationale Minnesänger und viele andere tapfere Krieger waren versammelt. Viele Lieder wurden in dieser Zeit gespielt und viele Felsen mit weichem Schild befreit.In der darauffolgenden Zeit suchten viele, in Südwest-Europa umherziehende Legionäre, Freimaurer, Söldner und Glücksritter die Weiten der Hochebene von Prades nach neuen und alten Gegnern ab, um in ruhmreichen Zweikämpfen weiteres Neuland zu gewinnen. Längst verschollen geglaubte Juwelen wurden an das helle Licht der katalonischen Sonne geholt |
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So
machte sich während der nächsten Kaltperiode auch einer der allergrausamsten
Ritter, ein Meister der beidhändigen Schwerthiebe, Herrscher über
Loskotien, aus der rauhen Ostmark mit dem treuen Gefolgsmann Gamsius und
dem Haustier Mungo "Martini" auf den langen Weg ins (von einigen)
gelobte Land. Viele Gegner fielen auf dem Weg dorthin, und noch viel mehr
mussten an Ort und Stelle in den weiten Ebenen von Spanien ins Gras beißen.
Denn erst einmal richtig in Fahrt gekommen, verteilte er wohlwissend große
Schilde an alle Befreiungswilligen und führte sie erfolgreich gegen
bisher uneingenommene Bastionen an. Doch erst das lang geplante Zusammentreffen
mit dem grausamen Ritter, seinem Knappen Hagen, dem fahrenden Edel-Gesellen
Tim Vom Guten Sohne und dem zu Reichtum kommenden Landlord im ersten Winter
des neuen Jahrtausends führte zur Niederlegung des Belagerungszustandes
von siurana. Die Tage der langen, eisenbestückten und ausdauernden
Belagerungswege schienen der Vergangenheit anzugehören (aber vielleicht
lag dies auch am Wetter), denn jetzt bewegten sich ganze Horden von "Schildbewaffneten"
schreiend und grunzend (sogar begleitet von Web-Kameras) über kurze,
steile Wandabschnitte. Immer noch abstrusere Taten wurden vollbracht und
... ... und wenn die "Schildbewaffneten" nicht auf einem der abschüssigen
Bänder siuranas ums Leben gekommen sind, dann legen sie noch immer
irgendwelche Wege frei, um ihrem mittlerweile unverständlichen Treiben
nachzugehen. Der grausamste aller Ritter soll sich übrigens auf nach
Übersee gemacht haben, um dort Webcamerastar zu werden und andere Prinzessinnen
zu befreien, während der weniger Grausame seinen Beruf als Weltenverbesserer
an den Nagel gehängt haben soll. Und wenn unser Landlord nicht irgendwann
das Weite suchen wird, dann sitzt er auch in Zukunft noch in seinem hölzernen
Schloss in siurana und wartet auf die Schätze ... ... und sie lebten alle glücklich bis an ihr Lebensende. |
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Die Personen
in der Geschichte sind natürlich erfunden. Evtl. Ähnlichkeiten
mit noch lebenden Persönlichkeiten (auch namentliche) sind rein
zufällig. Eines sei hier am Rande noch erwähnt: Obwohl der
Großteil der "Bulder" in siurana wahrscheinlich nur durch
wirklich ehrliches Training zu bewältigen war, konnte aber auch
das motivierte Fußvolk bei vorhandener Findigkeit und Schlagkraft mindestens genauso viel Spass beim Erobern haben, denn "auch für die Knappen musste in den dunklen Zeiten ein bisschen Spaß sein". Auch die Bewertungungen waren damals noch nicht einheitlich oder genau, da viele verschiedene Personen an der "Gradierung" mitwirkten. Im damaligen High-End-Bereich war noch der Rat der Spezialisten verlangt, welche individuell darüber entscheiden sollten, ob ein Problem mit dem schwersten Zug, dem längsten Dyno oder mit der schwersten Aneinanderreihung von selbigen aufwartet. Denn damals gab es noch keine Bewertungsmaschinen und einige der Boulder waren sogar so unterschiedlich, dass eine Bewertung keinen Sinn machte - also musste man selber "Gradieren"... |
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